Gynäkologie, allgemeine und erweiterte Krebsvorsorge

Gynäkologie

Ebenso wie sich im Leben einer Frau die Lebensumstände immer wieder verändern, ist auch ihr Körper einem Wandel unterworfen.

Wir beraten und behandeln Mädchen und Frauen im gesamten Bereich gynäkologischer Fragestellungen und Beschwerden mit der Ausnahme von Schwangerschaften, z.B. bei Kinderwunsch und Verhütung, Infektionen, Blutungsstörungen, gutartigen Veränderungen wie Myomen und Eierstockszysten, Endometriose, Unterbauchschmerzen, Fragen zur Sexualität, Beratung in den Wechseljahren, Hormonstörungen, Brustschmerzen und psychosomatischen Beschwerden. Gern sehen wir uns Ihren Impfausweis an und beraten Sie zum ausreichenden Impfschutz. Meistens erfolgt in der Sprechstunde neben der Beratung eine gynäkologische Untersuchung der Brust und des Unterleibs.

Besonders freuen wir uns, wenn junge Mädchen, gern auch gemeinsam mit ihrer Mutter oder in Begleitung einer Freundin, ihren ersten Frauenarztbesuch bei uns erleben. Wir sind offen für Fragen zur körperlichen Entwicklung, Regelbeschwerden, Impfungen und bei Bedarf auch zur sicheren Verhütung. Eine gynäkologische Untersuchung ist beim ersten Frauenarztbesuch nicht unbedingt erforderlich.

Zwischen 20 und 30 und auch zwischen 30 und 40 Jahren steht meistens die Beratung zur Verhütung und zum Kinderwunsch im Vordergrund. Seit Entwicklung der Anti-Baby-Pille hat sich das Angebot an sicheren Verhütungsmethoden erheblich vergrößert. So stehen heute viele Wege der hormonellen und nichthormonellen Verhütung zur Verfügung, die den unterschiedlichsten Anforderungen und Lebenssituationen gerecht werden. Im persönlichen Gespräch können wir sie hierzu individuell beraten.

Wenn Kinderwunsch besteht, ist ebenfalls die gynäkologische Beratung und Untersuchung empfehlenswert. Bitte bringen Sie nach Möglichkeit Ihren Impfausweis mit, damit wir überprüfen können, ob ein ausreichender Impfschutz besteht, ggf. können wir Auffrischimpfungen in unserer Praxis durchführen. Sind Sie besorgt, weil eine Schwangerschaft länger auf sich warten läßt, beraten wir Sie und klären ab, ob ein Handlungsbedarf für weiterführende Untersuchungen besteht. Unter Umständen kann der Eintritt einer Schwangerschaft ohne größere eingreifende Maßnahmen begünstigt werden.

Zwischen 40 und 50 und auch in den folgenden Jahren wächst der Bedarf, weibliches Wohlbefinden zu erhalten. Fragen zu Zyklusveränderungen, ersten Wechseljahresbeschwerden, zur Knochengesundheit und Gesundheitsförderung können auftreten.

Zwischen 50 und 60 Jahren ist häufig die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden erforderlich. Hier stehen Möglichkeiten der Lebensstiländerung und auch medikamentöser Art zur Verfügung.

Auch nach Abschluss der Wechseljahre empfehlen wir Ihnen die regelmäßige gynäkologische Vorstellung. Fragen zur Veränderung der Haut und Schleimhäute, Blutungen und Senkungsbeschwerden sowie zur Knochengesundheit (Osteoporose) sind in diesem Lebensabschnitt häufig.

Die Krebsvorsorge ist fester Bestandteil der frauenärztlichen Praxis. Wir empfehlen diese Untersuchung allen Frauen bis ins hohe Alter.

Die gynäkologische Krebsvorsorge

Im Rahmen der gesetzlichen Krankenversicherung haben Sie Anspruch auf verschiedene Vorsorgeleistungen gemäß den Früherkennungsrichtlinien. Diese wichtigen Vorsorgeuntersuchungen dienen dazu, bösartige und auch gutartige Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Sie werden einmal im Jahr empfohlen und von Ihrer Krankenversicherung übernommen. Hierzu zählen die gynäkologische Untersuchung mit Abstrichentnahme vom Gebärmutterhals ab 20 Jahren, die Tastuntersuchung der Brust ab 30 Jahren sowie der Hämoccult-Test (Untersuchung auf verstecktes Blut im Stuhlgang zur Darmkrebsfrüherkennung) ab 50 Jahren.

Die erweiterte Krebsvorsorge:

Bei bestimmten Beschwerden und Risikofaktoren wird die Krebsvorsorge um zusätzliche Untersuchungen, z.B. zur Bildgebung, erweitert, die dann ebenfalls Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung sind.

Bei Beschwerdefreiheit können diese Untersuchungen als Zusatzleistung ebenfalls sinnvoll sein, die Kosten müssen jedoch selbst getragen werden. Diese sogenannten IGEL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen) können Sie hinzuwählen. Im Folgenden finden Sie einen Überblick, gern beraten wir Sie hierzu in der Sprechstunde.

Den Link zu unseren Zusatzleistungen finden Sie hier.

Nachsorgeuntersuchung

Nach einer bösartigen Erkrankung schließt sich die fünfjährige Phase der Nachsorge an. In der Regel erfolgt die Vorstellung in der Sprechstunde in den ersten drei Jahren alle drei Monate, für zwei weitere Jahre halbjährlich und anschließend einmal im Jahr. Bei den Nachsorgeuntersuchungen geht es neben der frühzeitigen Erkennung bzw. dem Ausschluss des Wiederauftretens der Erkrankung um die Beratung und Bewältigung von möglichen seelischen und körperlichen Folgen der Erkrankung und Beratung zu Verhaltensempfehlungen. Wir leiten zudem notwendige Zusatzuntersuchungen ein und stellen den Kontakt zu Beratungseinrichtungen her.

Um welche Krebserkrankungen geht es?

Brustkrebs

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. In Deutschland erkranken jedes Jahr ca. 45000 Frauen daran. Betroffen sind vor allem Frauen jenseits des 40. Lebensjahres, es können aber auch jüngere Frauen erkranken. Die Ursachen sind vielfältig und in den meisten Fällen bleiben sie unklar, erbliche Faktoren werden eher überschätzt. Leider müssen wir davon ausgehen, dass jede Frau betroffen sein kann.

Früherkennung ist bei Brustkrebs besonders wichtig, da bei dieser Erkrankung die frühzeitige Diagnose die Heilungschancen deutlich verbessert.

Die wichtigste Untersuchung für die Brust ab dem 40. Lebensjahr ist neben der Tastuntersuchung die Mammographie und ergänzend die Mammasonographie (Ultraschall). Im jüngeren Alter ist die Ultraschalluntersuchung am aussagekräftigsten.

Die Teilnahme am Mammographie-Screening vom 50.-69. Lebensjahr ist absolut empfehlenswert, aber auch im jüngeren oder höheren Alter kann die Mammographie notwendig – und eine Mammasonographie sinnvoll sein.

Gebärmutterhalskrebs

Die Abstrichdiagnostik zur Erkennung von Gebärmutterhalskrebs ist die erfolgreichste Früherkennungsmaßnahme überhaupt. Seit ihrer Einführung sind diese Erkrankung und die durch sie verursachten Todesfälle deutlich zurückgegangen. Ziel der Krebsvorsorge ist es, durch die regelmäßige Abstrichkontrolle Krebsvorstufen zu entdecken, die durch kleine operative Eingriffe beseitigt werden können.

Leider ist die Teilnahmerate an der gynäkologischen Krebsvorsorge immer noch zu niedrig, so daß jährlich ca. 6000 Frauen an dieser Erkrankung versterben.

Der wichtigste Auslöser für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs sowie Krebs von der Vulva und Scheide, ist die Infektion mit bestimmten Typen des Humanen Papilloma Virus (HPV). Inzwischen wurde eine Impfung gegen die Infektion mit den wichtigsten HP-Viren eingeführt. Durch eine konsequente Impfung von Mädchen - möglicherweise auch der Jungen -, könnte Gebärmutterhalskrebs zukünftig in fast allen Fällen vermieden werden.

Gebärmutterschleimhaut-/Gebärmutterkörperkrebs

Diese Erkrankung betrifft vor allem Frauen im höheren Lebensalter. Neben der Befragung zum Blutungsverhalten kann eine Ultraschalluntersuchung von der Scheide aus Veränderungen an der Gebärmutterschleimhaut sichtbar machen und die Erkrankung so in einem frühen Stadium entdeckt werden.

Eierstockkrebs

Eierstockkrebs ist zwar eine eher seltene, dafür leider oftmals sehr aggressive Erkrankung, die sich erst spät durch Symptome bemerkbar macht. Leider sind die Ergebnisse der Vorsorge in diesem Bereich nicht sehr ermutigend. In der Tastuntersuchung fallen die Tumore erst auf, wenn sie eine gewisse Größe erreicht haben. Im Ultraschall können nicht tastbare Veränderungen früher zur Darstellung kommen.

Vulva-/Vaginalkarzinom

Das Vulva- und das Vaginalkarzinom gehören zu den seltenen gynäkologischen Krebserkrankungen, wobei in den letzten Jahren eine Zunahme dieser Erkrankungen zu verzeichnen ist. Ziel der Untersuchung ist es, Hautveränderungen an den Schamlippen oder in der Scheide, hinter denen sich Krebs- oder seien Vorstufen verbergen, zu erkennen und frühzeitig abzuklären.